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| Holland 1999 - Wo du Zwolle? David Zöllner | - "Guten Tag, fahren Sie mich bitte in die Niederlande, in den Bungalowpark t’Spijkven in der Nähe von Zwolle. Sie können den schwerbeladenen Autos dort vorne folgen." - "Ahh, Westerwälder, Du wolle Zwolle? Aber Du wolle fahre und mache Land nieder? Dann besser nehme Panzer und nix Taxi. Fahre mit Panzer, mache bum bum und dann Land nieder." - ZENTRALE: "Nein, "Niederlande" ist lediglich die geographisch korrekte Bezeichnung für unser Nachbarland Holland." - "Genau!" - "Ahh, Westerwälder wolle fahre nach Holland um zu nutzen liberale Einkaufsmöglichkeiten, kaufe ein und dann sitze ganze Tag in Bungalow und mache nur Scheiße." - "Nein, wir fahren nach Holland, da wir 75% unseres Abiturs hinter uns haben und nun diese Zeit als rekreative Phase nutzen, die die Energie für das letzte Viertel unserer Reifeprüfung wieder einen maximalen Level erreichen lassen soll. Außerdem steht die Gruppendynamik im Vordergrund, der gemeinsame Urlaub, bevor uns das Berufsleben in alle Winde zerstreut. Der Bungalowpark bietet dazu ein umfangreiches Freizeitangebot und preisgünstige Unterkunft." - "Verstehe, Du brauche billige Unterkunft um habe Geld für Einkaufen von Gras und so." - "Jetzt tun Sie doch nicht schon wieder so, als sei Holland das reinste Grasland." - "'Graceland'?! Ich kenne 'Graceland', war Haus von größte King von alle Zeiten, von ELVIS. Und deshalb, wir jetzt fahren Graceland und Du weißt wo liegen Graceland? - In Memphis und deshalb wir jetzt fahren Memphis!" - "Neiiiiin! Ich will hier raus, ich will nicht nach Memphis, ich will nach Holland!" ... So oder so ähnlich hätte wahrscheinlich unsere ABI-Fahrt ausgesehen, wenn wir versucht hätten mit dem SWR3-Taxi zu fahren. In diesem Fall allerdings wäre unser Budget dermaßen überzogen worden, daß es diese Zeitung nicht hätte geben können. Wir fuhren also nicht mit dem Taxi, aber dennoch am 7. Mai los, ein Großteil des Jahrgangs zumindest, ein paar ganz Mutige waren schon am Vortag aufgebrochen, in der Hoffnung auf einen schon freien Bungalow - ihre Hoffnung blieb eine selbige! t’Spijkven, ein Bungalowpark, dessen Namen sogar nach einer Woche noch niemand korrekt aussprechen konnte, war das innovative Ziel der ABI-Fahrt ‘99. Mitten im tiefsten(?!) Holland gelegen bot er genau das richtige für uns: Ruhe, Abgeschiedenheit, Selbstversorgung, ein Volleyballfeld, Dusche, Couch (zum Druffsitzen), Küche,... Alles, was man eine Woche zum Leben braucht, war vorhanden, fast alles. Wie erwartet wurde es eine ziemlich lustige Woche, die jedoch relativ wenig Abwechslung bot. Jeder Tag war eigentlich wie der andere, das einzige, was sich änderte war das Wetter, aber das fiel auch nicht jedem auf. Ein durchschnittlicher Tagesablauf sah irgendwann gegen Mittag das Aufstehen und anschließende Frühstück vor. Um ca. eins, wurde dann etwas gekocht, wobei man die Alternativen Nudeln oder Sandwich hatte. Je nach Belieben wurde das Mittagessen auch schonmal in den späten Nachmittag verlegt. Abends wurde dann gegrillt oder schon wieder gekocht, Nudeln/Sandwich. Wenn man gerade mal nichts aß, dann ... Moment, kurz überlegen, was haben wir denn da gemacht ... ? .. ?! - ? —-? aödvew- ? ~#epg\ —- Ich glaub, wir haben mal Volleyball gespielt, öfter sogar, dann haben wir Grolsch getrunken (ein Bier, dessen Name irgendwie schon so klingt, als könnte es überhaupt nicht schmecken "Grolsch"), wir haben auf der Wiese gelegen, gelesen, ferngesehen,... Was das Fernsehen betrifft, machten wir die interessante Entdeckung, daß fast immer der ganze Jahrgang das gleiche sah. Kam man in einen Bungalow, "Verbotene Liebe", im nächsten "Verbotene Liebe", im dritten,... das ist doch echte Solidarität. Abends traf man sich in irgendeinem Bungalow, lernte TABU-Karten auswendig oder saß einfach nur da, gemütlich fernsehend, rauchend, lustig "seiend". Um nicht ganz faul zu wirken, rafften sich einige von uns gelegentlich sogar zu sportlichen Aktivitäten auf. Parkeigene Anlagen wie Tennisplatz und Schwimmbad sowie jogg- und radfahrtaugliche Radwege wurden so täglich von uns genutzt. Die Woche verging wie im Flug und trotz des nicht ganz optimalen Wetters war es immer ziemlich lustig und man fand ach immer eine unsinnvolle Beschäftigung, mit der man sich die Zeit vertreiben konnte, und so wurde am 14. Mai schon wieder der Start Richtung Heimat freigegeben. Viel gibt es sonst nicht zu berichten von der Hollandfahrt. Es war wahrscheinlich wie jedes Jahr, ... aber trotzdem irgendwie ganz anders. Jetzt war man dabei, jetzt redete man nicht über die "Abiturienten", jetzt wurde über einen selbst geredet. Langsam hat man auf der ABI-Fahrt zu merken begonnen, daß die Schule bald vorbei ist, hat diesen Urlaub mit den Kollegen genossen oder sich gefreut, einige nach der Schule vielleicht nie mehr wiedersehen zu müssen. Auf jeden Fall war es ziemlich lustig, der krönende Abschluss unserer Schulkarriere. |
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