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| Griechenland 1997: Hellas - Das Land der Götter. Kirsten Schumann, Sabrina Hinze, Frank Schmitz | Am Abend des 31 Mai 1997 machten wir uns, wir, das war eine Gruppe sonnenhungriger SchülerInnen der Jahrgangstufe 11 mit drei betreuenden Lehrern auf, um das Land der griechischen Antike aufs Genaueste zu erkunden. Von Altenkirchen aus ging es mit dem Bus und den Taschen voller Proviant in Richtung Venedig. Nach dreizehnstündiger Fahrt, für die Einen mehr und für die Anderen weniger anstrengend (!), bestiegen wir eine große Fähre, die für die nächsten zwei Tage und Nächte unser "Zuhause" wurde. Abenteuerlustig wie wir waren, ließen wir es uns nicht nehmen unter freiem Himmel zu schlafen, was allerdings auf die Morgenstunden verschoben wurde, da die Fähre viele nächteverlängernde Etablissements bot, wie z.B. ein Casino, eine Bar und eine Disco, die allerdings nicht mit den deutschen Charthits dienen konnten. Am Morgen des dritten Juni betraten wir, einige von uns zum ersten Mal, nach einer im wahrsten Sinne des Wortes feuchtfröhlichen Schiffahrt, griechischen Boden. Sicher im Hafen von Patras angekommen, machten wir uns sofort auf den Weg, um mehr von der griechischen Kultur zu erfahren. Das uns hier nur Steine erwarten würden wußten wir seinerzeit noch nicht... Erster Anlaufpunkt war zunächst die Sehenswurdigkeit Olympia, die "Urstadt" aller Olympischen Spiele. Diese verließen wir allerdings wieder rechtzeitig, nachdem sich einige bei der Nachahmung der Disziplinen ausgetobt hatten. Aber schon am nächsten Morgen ging es für uns weiter nach Tolo. Vier Tage lang fühlten wir uns in dieser kleinen Hafenstadt besonders wohl: das Meer direkt vorm Hotel und unzählige Kneipen entlang des Strandes machten uns den Aufenthalt äußerst angenehm; nicht zuletzt, weil hier die Beobachtungsgabe des Lehrkörpers um ein Vielfaches eingeschränkter war als auf einem beengten Schiff oder in einer 5OO-Menschen-Siedlung. Tagsüber besichtigten wir beispielsweise die Festung Mykene, die uns einen sehr, sagen wir mal aufgeschlossenen Führer zur (freien) Verfügung stellte, das Amphitheater Epidaurus, in dem man aus einer Entfernung von 50m eine Stecknadel fallen, annähernd sogar das Gras wachsen hören konnte oder die Gedenkstätte Kalavrita. Kalavrita ist ein kleines Dorf in den Bergen, in dem 1943 alle männlichen Bewohner von der deutschen Wehrmacht hingerichtet wurden und in dem es heute neben dem großen Friedhof in Weiß noch viele Denkmäler gibt, die an das schlimme Ereignis erinnern sollen. Nachdem wir mit der Bergbahn hinauf gefahren waren, um eine Einsicht in die schöne Bergwelt zu bekommen, sollte der Weg ins Tal zu Fuß zurückgelegt werden, was aber aus Gründen der Gefährlichkeit wieder verworfen wurde. Die Abende in Tolo verbrachten wir mit Tavlispielen, aber vor allem mit dem Ausprobieren vieler verschiedener griechischer Spirituosen, die nach einem heißen, sonnigen Tag ihr Nötiges dazu beitrugen, dass man gut einschlief und schlecht wach wurde. So sehr sich die meisten schon an die ländliche Atmosphäre der Pelepones gewöhnt und sie lieb gewonnen hatten, so mußten wir uns doch schweren Herzens von ihr trennen, denn nun stand die Weltstadt Athen auf dem Programm. Von Lärm und Gestank geweckt und mit dem ersten Blick auf unzählige Müllberge bot sich uns Athen dar. Doch schon bald sollten wir erkennen, daß diese Stadt noch mehr für uns bereithielt. Angefangen bei der großen Altstadt Plaka, dem Hauptversorgungszentrum McDonald's und den Tavernen über die Akropolis, die Theater und das Olympiastadion bis hin zum Berg Likavitos, dem griechischen Nationalmuseeum und dem National Garden. Insgesamt waren die Nächte lang, die Tage kurz und wir verließen Athen nach vier schönen Tagen voller Mißmut, um eine der letzten antiken Stätten auf dem Festland zu besichtigen. Korinth; ein zerfallenes altes Dorf, das unter dem traurigen Nebel des endgültigen Abschieds lag und somit nicht in all seiner vermeintlichen Pracht zu erfassen war. Doch als abrundender Programmpunkt sollte noch Delphi auf uns warten. Dort konnten wir das Orakel befragen und die letzen Steine in diesem Land 'umdrehen'. Niedergeschlagen von der brennenden Sonne, schlenderten wir zum Bus, der uns gen Italien führ, um von dort aus die letzten 1000 km zum heimatlichen Boden zu bewältigen. Rückblickend können nur all jenen gratulieren, die nach uns noch die Möglichkeit haben, eine solch fantastische Reise zu machen. Abschließend möchten noch einmal allen Beteiligten und den Lehrern Thomas Heck, Marianne Sassenrath-Bravos und Rainer Zander unseren tiefsten Dank aussprechen. |
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